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Ratgeber23. März 20267 Min

EÜR erstellen als Kleinunternehmer: So geht’s richtig

Was ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, wer muss sie abgeben und wie ist sie aufgebaut? Wir erklären das Zufluss-/Abflussprinzip, typische Fehler und wie FakturaCloud Books die EÜR automatisiert.

Was ist die EÜR?

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (kurz: EÜR) ist die einfachste Form der Gewinnermittlung in Deutschland. Statt einer doppelten Buchführung mit Bilanz, GuV und Kontenrahmen zählen Sie einfach Ihre Betriebseinnahmen zusammen, ziehen Ihre Betriebsausgaben ab — und das Ergebnis ist Ihr Gewinn (oder Verlust).

Das klingt simpel, und das ist es im Kern auch. Trotzdem gibt es Regeln, die Sie kennen müssen: das Zufluss-/Abflussprinzip, Abgabefristen und typische Stolperfallen. In diesem Ratgeber erklären wir alles Schritt für Schritt.

EÜR vs. Bilanz: Die EÜR ist die vereinfachte Variante. Eine Bilanz (doppelte Buchführung) ist deutlich aufwendiger und nur für Kapitalgesellschaften oder Unternehmen mit hohen Umsätzen/Gewinnen vorgeschrieben.

Wer muss eine EÜR abgeben?

Nicht jeder Selbständige braucht eine Bilanz. Die EÜR dürfen (und müssen) alle nutzen, die nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet sind. Das betrifft:

  • Freiberufler — unabhängig vom Umsatz (Architekten, Designer, Berater, Ärzte, Anwälte)
  • Kleinunternehmer nach §19 UStG — mit Jahresumsatz unter 25.000 Euro
  • Gewerbetreibende — solange der Jahresumsatz unter 800.000 Euro und der Gewinn unter 80.000 Euro liegt
  • Land- und Forstwirte — unter bestimmten Umsatz-/Gewinngrenze
Achtung: Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) müssen immer eine Bilanz erstellen — unabhängig von Umsatz oder Gewinn. Die EÜR steht ihnen nicht offen.

Das Zufluss-/Abflussprinzip (§11 EStG)

Das Herzstück der EÜR ist das Zufluss-/Abflussprinzip: Einnahmen zählen in dem Jahr, in dem das Geld auf Ihrem Konto eingeht. Ausgaben zählen in dem Jahr, in dem Sie tatsächlich bezahlen. Das Rechnungsdatum ist dabei irrelevant.

Ein Beispiel: Sie stellen am 20. Dezember 2026 eine Rechnung über 3.000 Euro. Ihr Kunde zahlt erst am 8. Januar 2027. Die Einnahme gehört ins Jahr 2027, nicht ins Jahr 2026 — denn entscheidend ist der Zahlungseingang.

Das gleiche gilt umgekehrt: Eine Büromiete, die Sie am 28. Dezember für Januar überweisen, ist eine Ausgabe des alten Jahres. Dieses Prinzip macht die EÜR einfacher als die Bilanzierung, bei der Forderungen und Verbindlichkeiten periodengerecht abgegrenzt werden müssen.

Aufbau der EÜR: Einnahmen und Ausgaben

Die EÜR gliedert sich in zwei Blöcke. Hier die wichtigsten Positionen im Überblick:

BetriebseinnahmenBetriebsausgaben
Umsätze aus Lieferungen und LeistungenWareneinkauf / Materialeinkauf
Provisionen und HonorareMiete für Büro / Werkstatt
Sachentnahmen (Eigenverbrauch)Versicherungen (betrieblich)
Vereinnahmte Umsatzsteuer (Regelbesteuerer)Telefon, Internet, Software-Abos
Erstattungen (z.B. Krankenkasse)Fahrtkosten, Reisekosten
Zinserträge auf GeschäftskontenBürobedarf, Porto, Verpackung
Abschreibungen (AfA) auf Anlagegüter

Die Formel ist einfach: Einnahmen − Ausgaben = Gewinn. Diesen Gewinn tragen Sie in Ihrer Steuererklärung ein. Er ist die Grundlage für Ihre Einkommensteuer.

Abgabefristen und Formulare

Die EÜR wird als Anlage EÜR zusammen mit Ihrer Einkommensteuererklärung eingereicht. Die Abgabe erfolgt elektronisch über ELSTER (Mein ELSTER oder über Buchhaltungssoftware).

SituationAbgabefrist
Ohne Steuerberater31. Juli des Folgejahres (für 2026: 31.07.2027)
Mit Steuerberater28. Februar des übernächsten Jahres (für 2026: 28.02.2028)
FormularAnlage EÜR zur Einkommensteuererklärung, elektronisch über ELSTER
Keine Papiervariante mehr: Seit 2017 akzeptiert das Finanzamt die EÜR nur noch in elektronischer Form über ELSTER. Eine formlose Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben auf Papier reicht nicht mehr aus — auch nicht bei geringen Umsätzen.

Die 6 häufigsten Fehler bei der EÜR

1
Private und betriebliche Ausgaben vermischt

Das private Handy, der Familieneinkauf bei Amazon, die Restaurantrechnung mit Freunden — nur betriebliche Ausgaben dürfen in die EÜR. Bei gemischter Nutzung (z.B. Handy) nur den betrieblichen Anteil ansetzen.

2
Belege nicht aufbewahrt

Ohne Beleg keine Betriebsausgabe. Die Aufbewahrungspflicht beträgt 10 Jahre. Digitale Belege (Scans, E-Mail-Rechnungen) sind gleichwertig, müssen aber GoBD-konform archiviert werden.

3
Vorsteuer als Kleinunternehmer abgezogen

Wer die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG nutzt, darf keine Vorsteuer aus Eingangsrechnungen geltend machen. Die Umsatzsteuer auf Einkäufe ist dann einfach Teil der Betriebsausgabe.

4
Abschreibungen vergessen

Anschaffungen über 800 Euro netto (GWG-Grenze) müssen über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Ein Laptop für 1.200 Euro wird auf 3 Jahre verteilt, nicht komplett im Kaufjahr angesetzt.

5
Zufluss-/Abflussprinzip ignoriert

Die Rechnung, die Sie im Dezember stellen aber erst im Januar bezahlt bekommen, gehört ins nächste Jahr. Wer nach Rechnungsdatum statt Zahlungsdatum bucht, macht die EÜR falsch.

6
Keine regelmäßige Erfassung

Wer alle Belege erst im März des Folgejahres zusammensucht, verliert den Überblick und übersieht Ausgaben. Monatliche Erfassung spart Zeit und Nerven.

Typische Einnahmen und Ausgaben — konkrete Beispiele

Was zählt als Betriebseinnahme, was als Betriebsausgabe? Hier ein paar Praxisbeispiele, die zeigen, wie die Zuordnung funktioniert:

Beispiel 1: Freelance-Webdesigner

  • Einnahme: 4.500 Euro Honorar für einen Website-Relaunch
  • Ausgabe: 49 Euro/Monat für Adobe Creative Cloud (588 Euro/Jahr)
  • Ausgabe: 250 Euro für ein Stockfoto-Abo
  • Ausgabe: 1.400 Euro für einen neuen Monitor (AfA über 3 Jahre: 467 Euro/Jahr)

Beispiel 2: Handwerker (Schreiner)

  • Einnahme: 8.200 Euro für einen Einbauschrank nach Maß
  • Ausgabe: 3.100 Euro Eichenholz und Beschläge
  • Ausgabe: 85 Euro Fahrtkosten zum Kunden (0,30 Euro/km)
  • Ausgabe: 120 Euro/Monat Werkstattmiete (1.440 Euro/Jahr)

Wie FakturaCloud Books die EÜR automatisiert

Manuell in Excel-Tabellen Einnahmen und Ausgaben pflegen funktioniert — ist aber fehleranfällig und zeitaufwändig. Faktura Books, das Buchhaltungsmodul von FakturaCloud, automatisiert den gesamten Prozess:

KI-Belegerkennung

Beleg fotografieren oder hochladen — die KI erkennt Betrag, Datum, Lieferant und Kategorie automatisch. Sie prüfen nur noch und bestätigen.

Automatische Kontierung (SKR03)

Jede Buchung wird dem richtigen SKR03-Konto zugeordnet. Betriebsausgaben, Privatentnahmen, Abschreibungen — alles landet dort, wo es hingehört.

EÜR-Export und ELSTER-Übermittlung

Am Jahresende generiert Books Ihre Anlage EÜR im richtigen Format. Die Daten können direkt an ELSTER übermittelt oder an Ihren Steuerberater exportiert werden.

Dazu kommt: Wenn Sie bereits Faktura Docs für Ihre Rechnungen nutzen, fließen die Ausgangsrechnungen automatisch als Betriebseinnahmen in die EÜR ein. Kein doppeltes Erfassen, kein manuelles Abgleichen.

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Checkliste: Ihre EÜR richtig erstellen

1Alle Betriebseinnahmen erfassen (Rechnungen, Gutschriften, Erstattungen)
2Alle Betriebsausgaben mit Beleg dokumentieren
3Zufluss-/Abflussprinzip beachten (Zahlungsdatum, nicht Rechnungsdatum)
4Private und betriebliche Ausgaben sauber trennen
5Abschreibungen korrekt berechnen (GWG-Grenze: 800 Euro netto)
6Anlage EÜR in ELSTER ausfüllen
7Frist einhalten: 31. Juli ohne, Ende Februar mit Steuerberater
8Belege 10 Jahre aufbewahren (digital oder physisch, GoBD-konform)
Passend dazu: Wie Sie als Kleinunternehmer Rechnungen korrekt erstellen, erklären wir im Artikel Rechnung schreiben als Kleinunternehmer: Pflichtangaben, Fehler und Profi-Tipps

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